Willkommen im Hamsterrad

Vielleicht kennt Ihr das ja: Das Jahr ist gerade mal einen Monat alt, trotzdem hat uns der Alltag bereits wieder fest im Griff. Die guten Vorsätze sind zum größten Teil schon Geschichte, der alte Trott hat uns wieder: Arbeiten, Essen, Schlafen, dann wieder Arbeiten, Essen, Schlafen – dazwischen noch Gemeinde und Familie… Der Leistungsdruck in Job und Beruf nimmt zu, die seelische Belastung auch; wir leisten mehr, fordern mehr (auch von uns selbst) und wollen immer mehr haben. So vergehen die Tage, Wochen und Monate, die Jahre fliegen dahin. Und mit zunehmendem Alter scheint das alles immer schneller zu gehen. Manchmal kommt man sich vor wie im Hamsterrad: Man rennt und rennt und scheint doch keinen Meter vorwärts zu kommen. Da ist es kaum verwunderlich, dass sich viele Menschen frustriert, kraftlos und ausgelaugt fühlen.

Ist das unser Ziel? Ist das Gottes Plan für unser Leben?
Ich denke nicht. Doch was kann uns helfen, aus diesem Trott auszubrechen? Eine Auszeit? Ein Sabbatjahr? Einmal den Jakobsweg gehen? Ein paar Wochen im Kloster verbringen? Als Eremit leben?

Ja und nein. Ein Patentrezept gibt es nicht. Jeder muss selbst herausfinden, was ihm hilft. Eine mehrwöchige Wanderung auf dem Jakobsweg, bei dem man größtenteils allein mit sich und Gott ist und auch körperlich an seine Grenzen kommt, kann durchaus einen positiven Effekt haben. Aber oft sind es gerade die kleinen Dinge, die eine Veränderung schaffen – wir müssen sie nur wahrnehmen und bewusst erleben.
Es kann schon helfen, den täglichen Terminkalender nicht allzu ehrgeizig zu füllen, kleine Freiräume zu schaffen. Vielleicht auch mal einen ganzen Tag lang nichts tun (ja, das ist schwer!). Ein Bad nehmen, eine gute Tasse Kaffee oder ein Glas Wein genießen. Zeit mit Gott einplanen, bewusst zur Ruhe kommen. Das alles kann uns helfen, das Hamsterrad für einen Moment lang anzuhalten, auszusteigen und neu zu entdecken, was die Welt außerhalb des Käfigs noch zu bieten hat.
Frieden und Ruhe ist auch ein ganz zentrales Thema in der Bibel. Nur Gott kann echten, dauerhaften Frieden geben. Deshalb sollen wir zuallererst auf Gott hören und in einer lebendigen Beziehung zu ihm leben. In Psalm 116,7 heißt es: „Sei nun wieder zufrieden, meine Seele, denn der Herr tut dir Gutes.“ Wenn wir uns bewusst machen, wie gut uns Gott versorgt, dann macht uns das innerlich ruhig und zufrieden.
Und Jesus fordert uns in Matthäus 11,29 auf, sein Joch auf uns zu nehmen, damit wir „Ruhe für unsere Seelen“ finden. Wenn wir uns also den Lebensstil Jesu aneignen, dann erhalten wir den Frieden, nach dem wir uns sehnen.
Nehmt Euch doch mal in den nächsten Wochen ganz bewusst Zeit für Euch und Gott. Schaltet einen Gang runter, genießt, kommt zur Ruhe und tankt neu auf.

Vielleicht ist es ungewohnt, einmal gar nichts zu tun und wir müssen uns anfangs dazu zwingen, aber ich bin davon überzeugt, dass uns das langfristig neue Kraft gibt, den Alltag positiv zu erleben und auch Durststrecken und Wüstenzeiten zu meistern.

Dietmar Schwarz

Editorial Gemeindebrief Februar 2018
Christliches Zentrum Life Plüderhausen

Forever young…

Egal ob Bremsbeläge, Waschmaschine, Smartphone, Jeans oder Glühbirne – in regelmäßigen Abständen geht etwas kaputt und muss repariert oder ersetzt werden weil es abgenutzt ist oder nicht mehr richtig funktioniert. Als Auto- und Hausbesitzer kann ich ein Lied davon singen. Aber nicht nur bei technischen Geräten ist das so. Tiere und Menschen werden geboren, altern und sterben. Auch Bäume und Pflanzen keimen, wachsen und sterben wieder ab. Ganze Landschaften, Kulturen und Gesellschaften wandeln sich. Alles auf dieser Erde ist einem Veränderungsprozess unterworfen. Ein ewiger Kreislauf, in dem nichts dauerhaft besteht, außer der beständigen Veränderung selbst…

Diesen Prozess bemerke ich auch am eigenen Leib. Mal zwickt es im Knie, mal schmerzt der Rücken oder der Nacken, hin und wieder lässt mich mein Gedächtnis im Stich. In letzter Zeit merke ich zunehmend, wie die Arbeit am PC oder das Lesen eines Buchs anstrengend wird und ich die kleinen Buchstaben nicht mehr ganz so klar sehe. Ich werde wohl nicht umhin kommen, mir demnächst eine Gleitsichtbrille zuzulegen. Ich will nicht jammern, aber mir wird immer wieder bewusst, dass mein Körper einem natürlichen Zerfallsprozess unterworfen ist.

Zu gerne würden wir diesen Prozess aufhalten. Der Traum von ewiger Jugend und Schönheit ist so alt wie die Menschheit selbst. Die Popgruppe Alphaville sang im Jahr 1984 „Forever young, I want to be forever young…“ (für immer jung, ich möchte für immer jung sein…). Der Song wurde zum Hit.

Umso interessanter finde ich die Aussage der Bibel in 2. Korinther 4.16:

„… wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.“

Hier zeigt uns Paulus doch tatsächlich ein „Heilmittel“, das den allgegenwärtigen, natürlichen Zerfall aufhält. Wenn wir uns beständig mit der Bibel beschäftigen , wird unser „innerer Mensch“ (unser Geist) niemals altern oder zerfallen, sondern stets jung, frisch und lebendig bleiben. Gottes Wort quasi als Frischzellenkur! Das hört sich doch vielversprechend an, oder?

Paulus war sich seiner Sterblichkeit stets bewusst. Er wusste, dass alles Sichtbare vergänglich ist und alles Unsichtbare ewig. Umso mehr konzentrierte er sich auf die unsichtbare Welt. In seinem zweiten Brief an die Korinther, am Ende von Kapitel 4 und zu Beginn von Kapitel 5, beschreibt er eindrücklich, wie sehr er sich danach sehnt, seinen Körper irgendwann verlassen zu können und mit einem himmlischen Körper „überkleidet“ zu werden. Wenn seine irdische „Behausung“ abgebrochen wird und er seinen „himmlischen Bau“ beziehen darf. Ein Ort, an dem nichts mehr zerfällt, nichts kaputt geht, nichts mehr unvollkommen ist. Das ist wahrhafte Erneuerung!

Die Bibel sagt, wenn Jesus Christus mit seinem Geist in uns wohnt, sind wir bereits jetzt eine neue Kreatur. Wir sind damit ein vollkommen verändertes, neues Wesen (2. Kor. 5,17). Das ist jetzt schon (hier auf der Erde) ein Vorgeschmack auf unser himmlisches Wesen, welches wir einmal sein werden.

Und so freue ich mich darauf, dass es in der Gegenwart Gottes keinen Zerfall, keine Gebrechlichkeit und keine Schmerzen geben wird. Im Himmel werde ich auch alles klar und scharf sehen – gewiss ohne Lesebrille…

Gut geplant ist halb gemacht

Eine große Reise braucht eine gute Planung

Heute schon an morgen denken…
Kaum bin ich mit meiner Familie aus unserem Sommerurlaub zurück, überlegen wir schon wieder und informieren uns, wo es nächstes Jahr hingehen könnte. Schließlich will man ja rechtzeitig vorsorgen und das optimale Angebot erwischen. Geht es Dir auch so? Planst Du auch schon den nächsten Urlaub? Oder das Weihnachtsfest? Oder die Präsentation in der Firma?

Es ist meist nicht verkehrt, für wichtige Dinge einen guten Plan zu haben. Wer ein Haus baut, braucht einen Bauplan, sonst sind die Türen an der falschen Stelle. Wer mit dem Zug reist, braucht einen Fahrplan, sonst verpasst er den Anschluss. Wer zur Schule geht, hat einen Stundenplan, sonst verpasst er wichtige Inhalte. Ob Lebensplan, Karriereplan, Familienplanung oder Altersvorsorge – Pläne helfen uns, unser Ziel zu fokussieren, die notwendigen Zwischenschritte zu organisieren und unsere Resourcen einzuteilen.

Alles planbar?
Erfahrungsgemäß lässt sich aber im Leben nicht alles planen. Manchmal laufen Dinge nicht nach Plan. Umstände, Menschen, ja selbst die eigenen Ansichten können sich ändern. Entwicklungen nehmen eine andere Richtung. Ein altes Sprichwort lautet: „Der Mensch denkt und Gott lenkt“. Wir machen uns viele Gedanken, planen, organisieren und tüfteln. Aber Gott hat seine eigenen Gedanken und Wege, seine eigenen Pläne. Hin und wieder passen unsere Pläne und Gottes Pläne nicht zusammen. Er hat anderes mit uns vor oder führt uns über (vielleicht notwendige oder heilsame) Umwege zum Ziel. Pläne sind grundsätzlich gut. Gleichzeitig dürfen wir aber nicht frustriert sein, wenn Gott unsere Pläne durchkreuzt.

Pläne einer christlichen Gemeinde
Auch in meiner Gemeinde, dem Christlichen Zentrum Life Plüderhausen darf und muss vieles geplant werden, damit unsere Veranstaltungen nicht im Chaos enden. Dennoch müssen wir die Offenheit haben, stets auf Gottes Stimme zu hören.
Ganz aktuell haben wir die einmalige Gelegenheit, unser Gemeindegrundstück durch einen Zukauf zu erweitern. Damit haben wir eine große Herausforderung. Wir sind gefordert, Pläne für unsere Gemeindezukunft zu machen, die notwendigen Schritte in die Wege zu leiten, die Kosten zu überschlagen und die Risiken abzuwägen.
Ich sehe in der Grundstückserweiterung eine großartige Chance, die in dieser Form nicht wieder kommen wird, und die wir daher unbedingt nutzen sollten. Wir haben die Gelegenheit, die Weichen zu stellen für die nächste Generation.
Ob unsere Pläne und Träume für die Gemeinde letztlich auch Wirklichkeit werden, ist dann ein Stück weit auch Gottes Sache. An dieser Stelle dürfen wir einen Teil unserer Verantwortung wieder an Gott abgeben.

Planen oder Gott überlassen?
Planungskritiker, Freigeister, spontane und kreative Menschen höre ich oft sagen: „Du kannst nicht alles durchplanen, Du musst auch dem Heiligen Geist Raum geben, damit er wirken kann“. Das stimmt. Der Heilige Geist braucht seinen Platz. Aber meiner Ansicht nach passen gute Planung und das freie Wirken des Heiligen Geistes sehr gut zusammen. Es ist nicht verkehrt, gut organisiert zu sein. Wir müssen allerdings bereit sein, Planänderungen durch Gott zuzulassen.
Planen wir also in allem was wir tun von vornherein Gott mit ein, dann wird es in jedem Fall großartig – selbst wenn es am Ende ganz anders kommen sollte. Denn eines steht für mich fest: Gottes Pläne sind immer vollkommen!

Dietmar Schwarz

Kein Strohfeuer

Lässt Du Dich schnell begeistern? Und wenn ja, von was? Von einem tollen Auto? Von einem schönen Urlaub? Vom Sieg Deines Lieblings-Fußballvereins? Von der Liebe zu deinem neuen Partner?

Begeisterung ist etwas Tolles. Das sind positive Gefühle, die uns beflügeln, uns neue Motivation, neue Energie geben. Aber wie lange hält die Begeisterung an? Beim Auto hält die Freude oft nur bis zur ersten Reparatur, beim Urlaub nur bis zum Anblick der Hotel-Baustelle. Beim Lieblings-Fußballverein endet die Euphorie meist mit der nächsten Niederlage und beim neuen Partner hält die Liebe manchmal nur bis zum ersten handfesten Streit…
Nach dem anfänglichen Gefühl der Begeisterung folgt dann die Ernüchterung. Das sehnsüchtig Erträumte ist irgendwann nichts Besonderes mehr, es wurde zur Normalität (über die man sich nicht mehr so richtig freuen kann). Oder aber: Schwächen, Mängel oder Nachteile werden zur Enttäuschung und Frustration. Kennst Du dieses Gefühl auch?

Unsere Begeisterung gleicht doch manchmal einem Strohfeuer. Ein Strohfeuer ist nach allgemeiner Definition „ein von leicht brennbarem Stroh genährtes, stark, hell und hoch aufflackerndes Feuer, das schnell verlischt“. Im übertragenen Sinne ist es eine Redewendung für ein „kurzzeitiges intensives Gefühl der Begeisterung oder Liebe“.

Nun, Feuer ist eine interessante Sache.
Hin und wieder mache ich selbst gerne Feuer (das ist faszinierend, urig – männlich eben…) Dabei gibt es durchaus Unterschiede. Ein Feuer mit dicken Bucheholzstücken – wenn es erst einmal entfacht ist – brennt wesentlich gleichmäßiger und vor allem länger, als ein Feuer, das nur aus Papier, dünnen Zweigen oder eben aus Stroh besteht. So ein Strohfeuer lässt sich sehr leicht entfachen. Allerdings brennt es auch sehr schnell herunter und ist im Nu wieder erloschen. Das ist nicht besonders effektiv. Grillen oder Heizen ist damit meist nicht möglich. Ein Feuer mit richtigen Holzscheiten brennt sehr lange und gibt eine tolle Wärme ab.

Unser Glaube soll wie ein Feuer sein: Dynamisch, sich ausbreitend, brennend für Gott. Es soll den Menschen in unserer Umgebung Licht und Wärme spenden.
Aber es soll kein Strohfeuer sein. Kein Feuer, das schnell heiß wird, dann aber genauso schnell wieder verraucht. Es ist toll, wenn Du von Gott begeistert bist, aber wenn Dein eigenes Feuer für Jesus bereits wieder erloschen ist, bevor Deine Mitmenschen Feuer gefangen haben, hat es seinen Zweck irgendwie verfehlt.

Der christliche Glaube ist eine lebenslange Reise mit Gott. Wachstum ist ein langer, mitunter langsamer, manchmal sogar ein langwieriger Prozess. Dein Glaube soll sein wie ein langsam brennendes, lang anhaltendes Holzfeuer – mit glühender Leidenschaft für Jesus und Wärme für alle, die um Dich herum sind. Dieses Feuer soll sich im Laufe Deines Lebens immer mehr ausbreiten.
Hast Du Feuer gefangen für Jesus? Brennt Dein Herz für ihn? Dann lass andere dieses Feuer spüren. Achte darauf, dass Du es lange und gleichmäßig am Brennen hältst, so dass es über die Jahre viel Licht und wohltuende Wärme an Deine Freunde, Nachbarn, Familienmitglieder und Kollegen abgibt.

Dietmar Schwarz

Wunder gibt es immer wieder…

Tut Gott heute noch Wunder? Ich glaube schon. Regelmäßig erstelle ich den Gemeindebrief für das Christliche Zentrum Life Plüderhausen. Am Mittwoch vor Christi Himmelfahrt hatte ich den Gemeindebrief zur Hälfte fertiggestellt, als mein Computer nach einem missglückten Windows-Update nicht mehr starten wollte. So etwas hatte mir gerade noch gefehlt! Nervös recherchierte ich im Internet verschiedene Optionen und probierte diese auch aus. Leider führte keine davon zum Erfolg. Das ließ mich verzweifeln. Panik stieg in mir auf, denn eine komplette Neuinstallation und das Einrichten aller Programme würde Wochen dauern…

Am Ende

Wenn man erkennt, dass man mit den eigenen Möglichkeiten am Ende ist, kann man sich nur noch eine höhere Instanz wenden. Ich fing an zu beten.

Nach einer ziemlich schlaflosen Nacht, erneuten Internet-‚Recherchen, weiteren Fehlversuchen und dem Umschiffen zusätzlicher Hindernisse gelang es mir dann endlich, meinen PC mit Hilfe einer selbst erstellten Installations-CD zu starten und das fehlerhafte Windows zu reparieren. Gott sei Dank!

In diesem Moment fiel mir ein dicker Stein vom Herzen. Ich war erleichtert, glücklich und dankbar, dass mir die immense Arbeit einer Neuinstallation erspart blieb.

Warum?

In solchen Situationen kommt unweigerlich die Frage auf: Warum hat Gott das zugelassen? War es nicht sein Wunsch, dass der Gemeindebrief rechtzeitig fertig wird? Wozu soll das gut gewesen sein? Was wollte Gott mir dadurch sagen?

Nun, mir ist wieder von neuem bewusst geworden, dass ich mich viel zu oft auf meine eigenen Fähigkeiten und Stärken verlasse, anstatt tatsächlich Gott zu vertrauen.

Geht es uns nicht manchmal so: Wir planen unser Leben, unsere Ehe, unsere Familie, unseren Job, unseren Urlaub und unsere Altersruhe. Wir ichten uns häuslich ein, sind stolz auf unsere Leistungen und Verdienste. Alles funktioniert wunderbar, wir haben unser Leben schließlich im Griff! Dann kommt etwas dazwischen und wir erkennen, wie wenig wir wirklich im Griff haben. Der Verlust des Arbeitsplatzes, eine schwere Krankheit, finanzielle Nöte, der Tod eines nahestehenden Menschen oder eine andere schwere Situation… Ein nicht funktionierender PC ist da noch ein vergleichsweise kleines Problem.

Frustriert oder ehrlich?

In solchen Notsituationen zeigt sich, wie sattelfest unser Glaube ist. Wirft uns das aus der Bahn? Zweifeln wir an Gottes Güte? Kehren wir dem Glauben frustriert den Rücken? Sind wir enttäuscht, resigniert und zuletzt verbittert?
Oder kommen wir dann (endlich) ehrlich vor Gott und sagen „Herr, sieh mich an in meiner Not. Ich bin mit meiner Weisheit am Ende. Kannst du mir helfen?“ Glauben wir dann immer noch den unverrückbaren Zusagen Gottes, dass er das gute Werk, das er in uns angefangen hat, auch vollenden wird (die Bibel in Philipper 1,6) und dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen (die Bibel im Römer 8,28)?

Ich glaube nicht, dass es Gottes Plan ist, uns zu ängstigen oder zu drangsalieren. Aber vielleicht lässt er hin und wieder Situationen zu, die unseren Glauben herausfordern. Die uns bewusst machen, dass wir ganz wenig in unserem Leben wirklich im Griff haben und dass wir jeden Tag auf Gottes Gnade angewiesen sind.  Mich lässt das wieder dankbarer werden für die Dinge, die er gelingen lässt.

(Editorial Gemeindebrief Juni 2017 –
Christliches Zentrum Life Plüderhausen)

Der Widerspenstigen Zähmung?

„Ich hab‘s doch gleicht gewusst! Mein Chef war wieder einmal viel zu gutmütig. Er hat sich überrumpeln lassen. Erst schickt er mich in diese gottverlassene Gegend und lässt mich die Drecksarbeit machen und dann? Dann schmeißt er den ganzen Plan wieder über den Haufen. Er hat mir die undankbare Aufgabe übertragen, der Belegschaft die schlechte Nachricht zu überbringen. Natürlich hab ich mich geweigert. Ich hab gesagt: ‚Such dir  doch einen Anderen‘ und bin abgehauen. Aber letztlich hatte ich keine Wahl, er hat richtig Druck gemacht. Bei meiner Flucht wäre ich fast draufgegangen.
Als ich meinen Job erledigt hatte, wurde der Plan geändert. Alles umsonst! Als ob ich‘s geahnt hätte! Jetzt bin ich richtig sauer. Ich sitze hier in diesem Kaff , es ist drückend heiß und ich komme mir überflüssig vor. Das war ja vielleicht ein Reinfall, das hätte ich mir doch gleich sparen können.“

Alles umsonst! Aufgewühlt, verärgert, mutlos, frustriert, wütend. Geht es Dir auch manchmal so? Die Geschichte von Jona im Alten Testament ist
eine erstaunliche Geschichte. Er hatte offensichtlich eine enge Beziehung zu Gott, zumindest war er im Gespräch mit ihm. Aber anstatt seinen Auftrag
auszuführen, geht Jona in die andere Richtung. Er läuft weg von Gott, aber der läuft ihm hinterher und lässt sich was einfallen, so dass er sich letztlich doch fügt. Dass Gott das Leben der Menschen von Ninive verschont, ärgert ihn sehr
und er würde am liebsten sterben. Jona ist ein sehr emotionaler Mensch – zunächst ignorant und widerspenstig, zwischendurch ängstlich und dankbar, zuletzt missmutig und zornig.

Ich frage mich, warum Gott ausgerechnet Jona ausgewählt hat? Sicherlich hätte es doch bessere (willigere) Kandidaten für diese Aufgabe gegeben. Dabei kann mich gut in Jona hineinversetzen. Auch ich bin hin und wieder uneinsichtig und wütend, rege mich über Kleinigkeiten, Mitmenschen und Planänderungen auf.

Benutzt Gott nur perfekte (bereitwillige) Christen um einen Plan zu verwirklichen? Oder benutzt er vielleicht auch Eigenbrötler und Choleriker, Angsthasen und Halsstarrige, Widerspenstige und Eigensinnige? Menschen, die Gottes Auftrag am liebsten ignorieren würden.

Mir ist klar geworden: Zu allen Zeiten arbeitet Gott mit unvollkommenen Menschen – mit Menschen wie Du und ich. Er gebraucht Dich mit Deinen Fehlern und Macken. Er gebraucht Dich, auch wenn Du einen ganz anderen Plan hast. Vielleicht muss er Deiner Motivation ein bisschen auf die Sprünge
helfen und Dich in die richtige Richtung schubsen, aber Gott bleibt an Dir dran. Und so kommt am Schluss was Gutes dabei heraus. Jona hat trotz seines Widerstands und seines Unmuts letztlich vielen Tausend Menschen das Leben gerettet. Gott will Dich! Er motiviert und ermutigt Dich, er will Dich zum Segen für andere Menschen machen. Denn alles in allem hat er einen genialen
Plan zur Rettung der Menschheit. Dieser Plan wird jetzt zu Ostern wieder lebendig. Aber das ist eine andere Geschichte…

Frohe Ostern!

(Editorial Gemeindebrief April 2017 –
Christliches Zentrum Life Plüderhausen)

Haltlos glücklich…?

Glatteis

Auf Glatteis unterwegs

Regelmäßig gehe ich mit unserem Hund spazieren. Auch Anfang Januar war ich mal wieder unterwegs. Tage zuvor hatte es geschneit, zwischenzeitlich hatte Tauwetter eingesetzt und dann war es wieder kalt geworden. Dadurch waren die Wege größtenteils total vereist. Der sonst entspannte Spaziergang wurde zur anstrengenden Rutschpartie. Leider nutzten auch die guten Sohlen meiner Wanderschuhe nicht viel. Oft musste ich auf die Wiese ausweichen, denn auf den Wegen war an ein normales Fortkommen nicht zu denken. Der Untergrund war spiegelglatt und ich musste ständig aufpassen, nicht auszurutschen. Es war mühsam und gefährlich.

Wenn es glatt ist, brauchen wir festen Halt. Sonst kommen wir nicht oder nur sehr schwer vorwärts. Nur leider gibt es auf Feldwegen selten ein Geländer an dem man sich festhalten könnte oder gar eine Wand zum Abstützen.

Alles glattgebügelt

In unserer modernen Welt ist auch vieles „geglättet“. So manches wird uns als toll, schön, erfüllend und wahrhaftig verkauft. Filme und Serien vermitteln eine heile Welt. Shows sind durchorganisiert, Models perfekt gestylt, alles ist abgerundet und geschliffen, aalglatt. Das mag vielleicht angenehm erscheinen, aber ist es tragfähig? Finden wir darin einen Halt für unser Leben?

Gottes Wort

Das Wort Gottes, die Bibel, ist da anders.
Viele Verse tun uns gut, sind Balsam für unsere Seele. Andere dagegen sind befremdlich, unverständlich. Und an wieder anderen Passagen stoßen wir uns und empfinden sie als Provokation. Das Wort Gottes ist eben nicht glattgeschliffen, es ist voller Ecken und Kanten, manches Mal sogar rau und ungehobelt. Mit manchen Texten haben wir unsere liebe Not.

Trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb?) finden wir in Gottes Wort Orientierung und Halt für unser Leben. Die Bibel vermittelt moralische Werte, die zeitlos sind. Die Bibel gibt uns Hoffnung und Zuversicht, wenn wir uns verlassen und niedergeschlagen fühlen. Die Bibel zeigt uns, wer Gott ist: Schöpfer des Universums und zugleich Mensch; heilig und allmächtig und zugleich persönlich nah und erfahrbar. Liebe, Annahme und Vergebung zieht sich als roter Faden durch Gottes Botschaft.

Was gibt uns Halt?

Ist es nicht ein gutes Fundament, eine feste Basis für unser Leben, wenn wir uns geliebt und angenommen fühlen? Gibt uns das nicht einen guten Halt für unseren Weg?
Sind wir doch ehrlich: Unser Leben ist voller Tücken und Schicksalsschläge. Verletzungen und Krankheiten können uns ziemlich zusetzen und uns ins Schleudern bringen. Mit eigener Kraft kommen wir schnell an unsere Grenzen und landen hin und wieder auf der Nase. Mit Gott an meiner Seite merke ich, wie er immer wieder etwas Splitt unter meine Füße streut, wenn ich ins Rutschen komme. Das lässt meine Schritte wieder fest werden, dass ich besser vorankommen – stets mit der Zuversicht, dass ich das gesteckte Ziel sicher erreiche.

(Editorial Gemeindebrief Februar 2017 –
Christliches Zentrum Life Plüderhausen)

Willkommen!

Hier ist er nun: Mein eigener, persönlicher Blog!

Meine Leidenschaft ist das Fotografieren (vor allem in der Natur) und das Schreiben. Also werde ich hier hin und wieder ein paar Gedanken und Fotos posten.

Viel Spaß beim Lesen, Gucken und Stöbern…